Mythos oder Wahrheit: Ist Lakritze gesund?

 

Lakritz ist für viele mehr als einfach nur eine Süßigkeit. Ob süß, salzig, als Lakritzstange, Salmiakpastille oder mit Schokolade – die Auswahl ist riesig. Doch rund um Lakritz hält sich hartnäckig eine Frage: Ist Lakritze eigentlich gesund?

Die kurze Antwort: Lakritz ist in erster Linie eine Süßigkeit und sollte auch als solche betrachtet werden. Gleichzeitig enthält echtes Lakritz einen besonderen Bestandteil der Süßholzwurzel: Glycyrrhizin. Und genau deshalb lohnt es sich, beim Lakritzgenuss etwas genauer hinzuschauen.

Was steckt in Lakritze?

Der typische Lakritzgeschmack entsteht durch einen Extrakt aus der Süßholzwurzel. Die Pflanze heißt botanisch Glycyrrhiza glabra und wird schon seit Jahrhunderten verwendet.

Ein natürlicher Bestandteil der Süßholzwurzel ist Glycyrrhizin. Dieser Stoff ist für einen Teil der charakteristischen Süße und des typischen Geschmacks von Süßholz verantwortlich.

Wie viel Süßholzextrakt und Glycyrrhizin tatsächlich in einer Lakritzsorte enthalten ist, kann allerdings sehr unterschiedlich sein. Außerdem besteht Lakritz natürlich nicht nur aus Süßholz: Je nach Sorte kommen beispielsweise Zucker, Glukosesirup, Stärke, Mehl, Gelatine, Salmiaksalz, Aromen oder andere Zutaten hinzu.

Deshalb lässt sich auch nicht jedes Lakritz über einen Kamm scheren.

Ist Lakritz also gesund?

Lakritz ist kein Gesundheitsprodukt, sondern eine Süßigkeit.

Viele klassische Lakritzsorten enthalten Zucker und sollten – genau wie andere Süßigkeiten – bewusst und in Maßen genossen werden. Es gibt zwar auch zuckerfreie Lakritzsorten, doch „zuckerfrei“ bedeutet nicht automatisch, dass man davon unbegrenzt essen sollte. Zuckerfreie Süßigkeiten können beispielsweise größere Mengen an Zuckeraustauschstoffen enthalten.

Auch die Süßholzwurzel selbst ist ein Grund, Lakritz nicht unbegrenzt zu naschen.

Was hat Glycyrrhizin mit Lakritz zu tun?

Glycyrrhizin kommt natürlicherweise in Süßholz vor. Bei einem übermäßigen beziehungsweise regelmäßig hohen Verzehr von glycyrrhizinhaltigem Lakritz kann es unter anderem zu einem Anstieg des Blutdrucks kommen.

Deshalb findet man auf bestimmten Lakritzprodukten auch den Hinweis:

„Enthält Süßholz – bei hohem Blutdruck sollte ein übermäßiger Verzehr dieses Erzeugnisses vermieden werden.“

Wie bei vielen Dingen gilt deshalb auch bei Lakritz: Die Menge macht den Unterschied.

 

 

Wie viel Lakritz darf man essen?

Eine pauschale Portionsgröße, die für jede Person und jede Lakritzsorte gleichermaßen gilt, lässt sich kaum nennen. Lakritzprodukte unterscheiden sich stark in ihrer Zusammensetzung und insbesondere im Anteil an Süßholz beziehungsweise Glycyrrhizin.

Wer Lakritz gerne isst, muss deshalb nicht gleich auf seine Lieblingssüßigkeit verzichten. Sinnvoll ist aber, Lakritz bewusst und nicht in großen Mengen zu essen.

Besondere Vorsicht ist bei Produkten angebracht, die entsprechende Warnhinweise auf der Verpackung tragen. Diese Hinweise sollte man natürlich beachten.

Und was ist mit salzigem Lakritz und Salmiak?

Salziges Lakritz enthält häufig Salmiaksalz (Ammoniumchlorid). Je nach Menge kann der Geschmack von leicht salzig bis extrem kräftig reichen.

Sehr stark salmiakhaltige Sorten werden deshalb häufig als Erwachsenenlakritz gekennzeichnet und sind nicht für Kinder gedacht.

Salmiaksalz und Glycyrrhizin sind übrigens nicht dasselbe. Ein besonders salziges Lakritz muss deshalb nicht automatisch besonders viel Glycyrrhizin enthalten – und umgekehrt.

Zuckerfreies Lakritz – die gesündere Alternative?

Auch hier lohnt sich ein genauer Blick.

Die Bezeichnung „zuckerfrei“ ist gesetzlich geregelt. Ein Lebensmittel darf als zuckerfrei bezeichnet werden, wenn es nicht mehr als 0,5 g Zucker pro 100 g beziehungsweise 100 ml enthält.

Bei zuckerfreiem Lakritz wird die Süße häufig durch Zuckeraustauschstoffe wie Maltit oder Sorbit erreicht. Enthält ein Lebensmittel mehr als 10 % zugesetzte mehrwertige Alkohole, muss es den Hinweis tragen:

„Kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken.“

Zuckerfreies Lakritz kann also eine interessante Alternative sein, wenn du auf Zucker verzichten möchtest. Es ist aber auch hier keine gute Idee, gleich die ganze Tüte auf einmal zu essen.

Fazit: Lakritz genießen – aber in Maßen

Ist Lakritz gesund? Wir würden Lakritz nicht als gesund bezeichnen. Lakritz ist und bleibt eine Süßigkeit.

Das bedeutet aber natürlich nicht, dass du darauf verzichten musst. Wer Lakritz liebt, kann es bewusst genießen und dabei auf die Zutaten und Hinweise des jeweiligen Produkts achten.

Besonders bei regelmäßigem oder größerem Lakritzverzehr spielt das in Süßholz enthaltene Glycyrrhizin eine Rolle. Bei starkem Salmiaklakritz und zuckerfreien Sorten können wiederum andere Hinweise relevant sein.

Unser Fazit ist deshalb ziemlich einfach: Lieblingslakritz aussuchen, Hinweise auf der Verpackung beachten und lekker genießen – aber eben mit Maß.